Galmei verbindet – Grenzen überschreitend

Heribert Krickel vom frisch gegründeten Verein zur Förderung des Tourismus im deutschsprachigen belgischen Kelmis nahm im Januar 2020 Verbindung mit Heinrich Rüttgers, dem Vorsitzenden des Eifel- und Heimatvereins Breinig, auf. Im Rahmen seiner Ausbildung zum Fremdenführer in seiner Heimatgemeinde musste er eine Arbeit über das Naturschutzgebiet Schlangenberg in Breinig schreiben. Er erhielt dazu eine private Führung im Informationszentrum Naturschutzgebiet Schlangenberg und konnte auch mit entsprechender Literatur ausgestattet werden. Da in der Vergangenheit sowohl in Kelmis als auch in Breinig Galmei und andere zinkhaltige Erze in großen Mengen gefördert wurden, kam schnell die Idee zu einer engeren Zusammenarbeit beider Vereine auf. Leitet sich doch der Name Kelmis, französisch La Calamine, direkt von der Bezeichnung Galmei ab.

Die Corona-Pandemie machte zunächst einen Strich durch die Planungen für gegenseitige Besuche beider Gemeinden.

Am 26.07.2020 waren die Beschränkungen in Belgien soweit gelockert, dass eine Gruppe aus Breinig in das nur etwa 20 km entfernte Kelmis reisen konnte.

Empfangen wurde sie durch die Gründungsmitglieder des Fördervereins, Heribert Krickel und Marc van Houtte und vom Mitglied des Gemeinderates, Schöffe Marcel Henn.

Nach einem gemeinsamen Rundgang mit allerlei Anekdoten um den ehemaligen Tagebau und das alte Kelmis, der einstigen „Hauptstadt“ von Neutral-Moresnet, fand eine Führung in dem ausgezeichneten Museum Vieille Montagne (Altenberg) statt. Der Tag endete in fröhlicher Stimmung mit typischen belgischen Fläden und Getränken in der ehemaligen Direktorenvilla des Bergwerkes, die heute ein gemütliches Hotel-Restaurant beherbergt.

Während sich das Informationszentrum NSG Schlangenberg explizit mit der geologischen Vorgeschichte im Erdaltertum und dem späteren Galmeiabbau und der Messingherstellung durch die Römer und in späteren Jahrhunderten beschäftigt und einen breiten Raum der Ausstellung der ganz speziellen Fauna und Flora widmet, steht im Museum in Kelmis die industrielle Gewinnung und Verarbeitung von Zinkprodukten ab dem 19. Jahrhundert sowie die 103-jährige Geschichte von Neutral-Moresnet im Vordergrund.

Da sich diese Thematik ausgezeichnet ergänzt, könnte sich daraus für interessierte Besucher ein möglicher gemeinsamer Nenner entwickeln.

Für den geplanten Gegenbesuch des Fördervereins in Breinig zusammen mit Vertretern der Gemeinde und der Museumsführung aus Kelmis ist beabsichtigt, auch entsprechende Vertreter der Kupferstadt Stolberg einzuladen.

    

Heinrich Rüttgers, Eifel- und Heimatverein Breinig, Corneliastr. 81 a, 52223 Stolberg